Die Warheit liegt auf dem Tisch
Kicker © Dmitry Nikolaev - Fotolia.com
Es gibt wohl kaum einen Jungen oder Mann, der es noch nicht wenigstens ein Mal im Leben gespielt hat oder noch spielen wird: Tischfußball. Jugendliche lassen es nach der Schule im Jugendclub krachen und Erwachsene kickern am Abend bei einem Bier in der Kneipe. Ein Kicker-Tisch gehört zum Inventar eines richtigen Vereinsheims und einer ordentlichen Bierkneipe. Meist ist es das männlcihe Geschlecht, dass sich vom Fußball auf dem Holztisch begeistern lässt. Und mittlerweile ist aus dem Kneipenspiel ein richtiger Sport geworden bei, Vereine spielen um die Deutsche Meisterschaft, Einzelspieler kickern um den Europameistertitel. Immer mehr Kicker-Freunde sind beim Deutschen Tischfußball-Verband organisiert, dem nun schon 6000 aktive Mitglieder angehören. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es 60 Mannschaften, die wie viele Randsportarten immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Allein ein professioneller Kickertisch kostet etwa 1800 Euro. Dazu kommen Reise- und Übernachtungskosten, die ohne Sponsoren nicht finanziert werden können.
Ob nun im Ligawettbewerb oder in der Kneipe um die Ecke: die Regeln des Tischfußballs sind nahezu identisch und leicht zu lernen. Das Durchdrehen der Griffstangen ist verboten. Um ein Tor regelkonform zu erzielen, müssen beide Hände an den Griffen verbleiben. Tore können aus jeder Position erzielt werden. Zudem ist es den Abwehrspielern nicht erlaubt, den Ball länger als 10 Sekunden zu halten. Und wie beim Fußball auf dem Rasen, wird auch beim Tischfußball das “Fair play” großgeschrieben: übermäßige Gewalt, wie am Tisch zu rütteln oder mit den Figuren anzustoßen ist genauso unfair wie den Gegner durch das Drehen der Stange ohne Ballkontakt zu irritieren. Für die Einhaltung der Regeln sind entgegen dem Rasenfußball meist die Spieler selbst zuständig. Auch wenn es dabei in einigen Fällen zu Diskussionen über kritische Situationen führt, ist jeglicher Streit meist nach einem Bier wieder vergessen.